Das ungarische Parlament hat einstimmig die Immunität des Abgeordneten und ehemaligen Ministers Balázs Hankó aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Untreue in seiner früheren Funktion als Leiter des Nationalen Kulturfonds (NKA). Es besteht der Vorwurf, dass zwischen 2025 und 2026 rund 17,3 Milliarden Forint an öffentlichen Geldern zweckentfremdet wurden, um Wahlkampfkosten der Fidesz-Partei zu decken und private Interessen zu finanzieren. Der Skandal kam im April ans Licht, als bekannt wurde, dass hohe Summen intransparent an regierungsnahe Akteure und Organisationen flossen, was zu mehreren Rücktritten in den Gremien des Kulturfonds führte. Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Mittel gezielt nach Wahlkreisen verteilt wurden, um politische Vorteile zu erlangen. Dies ist erst der dritte Fall seit der demokratischen Wende, in dem die Immunität eines ehemaligen Ministers in Ungarn aufgehoben wurde.
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